Die unentdeckten Potentiale von Resilienz


Ein Resilienz Training kann viel mehr als "nur" Krisenfestigkeit und mentale Stärke fördern


Resilienz wird meistens mit mentaler Stärke, Krisenfestigkeit und Elastizität beschrieben. Etliche Fachbücher über Stehauf Männchen Taktiken oder Bambus Strategien sind in den letzten Jahren publiziert worden. Im Kern geht es stets darum, welche Faktoren bei der Bewältigung von Krisen besonders hilfreich sind. Diese perspektivische Betrachtung hat ihren Ursprung in der sogenannten Kauai Studie von Emy Werner. Sie untersuchte in den 50er Jahren auf der Insel Kauai die Entwicklung von Kindern aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen und leitete daraus die ersten bis heute validen Resilienz Faktoren ab. Dazu gehören Akzeptanz, soziale Beziehungen, Lösungsorientierung, Optimismus und Zielfokus. Diese Faktoren sind für sich gesehen bereits unschätzbar wertvolle Ressourcen für die persönliche Entwicklung. Doch seit den 50er Jahren hat sich die Welt dramatisch verändert. Mit ihr hat sich auch der Charakter von Resilienz verändert, bzw. erweitert. Doch werfen wir zunächst einen Blick auf die aktuelle Verfassung unserer Gesellschaften:


Was westliche Gesellschaften und Unternehmen heute bremst


Fehlende Resilienz kann zu Burnout und Depressionen führen
Fehlende Resilienz kann zu Burnout und Depressionen führen

Psychisch bedingte Leiden bremsen die westlichen Gesellschaften zunehmend aus und hindern sie daran, sich wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Der psychisch-soziale Bereich stellt derzeit das größte Hindernis für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Destruktive Verhaltensweisen nehmen auf der ganzen Welt zu. Nach einer Studie der Welt­gesund­heits­organi­sation sind Depressionen inzwischen die zweithäufigste Todesursache. Nur zehn Prozent weniger Destruktivität brächten weltweit rund 1000 Milliarden Dollar! Dies würde laut WHO einen Konjunkturschub mit Millionen neuer Arbeitsplätze auslösen. Aus dem Kostenfaktor Gesundheit ist eine wirtschaftliche Macht geworden. So schreibt es der Ökonom Leo A. Nefiodow vom GMD-Forschungszentrum Informationstechnik in St. Augustin bei Bonn in seinem Buch "Der Sechste Kondratieff":

 

Nicht nur kurze und mittlere Konjunkturzyklen bestimmen die Wirtschaft, sondern auch etwa 40 bis 60 Jahre lang andauernde Konjunkturzyklen, benannt nach dem Russen Nikolai Kondratieff. Ausgelöst wurden diese Zyklen von Basisinnovationen wie der Dampfmaschine, Elektrotechnik, oder preiswerter Energie aus Erdöl.  Sie verändern stets die Art, wie sich eine Gesellschaft organisiert - um die neue Basisinnovation optimal zu nutzen.


Resilienz als Basisinnovation des Sechsten Kondratieffs


In den letzten 30 Jahren war es der Computer, der Erfindungen und wirtschaftliche Anwendungen hervorbrachte. Diese Technologie durchdringt bis heute alle Bereiche der Gesellschaft und sorgt für sozialen, kulturellen und politischen Wandel. Doch die Wachstumsraten der Informationstechnik, die im Fünften Kondratieff das Wirtschaftswachstum getragen haben, gehen zurück. Die Arbeitslosigkeit wird zunehmen - wie an jedem Ende eines Kondratieffzyklus.


Was kommt nun? Alles, was die moderne Marktforschung schon jetzt an Trägern des Sechsten Kondratieffs identifizieren kann, so Nefiodow, hat seine Synergien vor allem in einem: Gesundheit - allerdings umfassend verstanden. Es geht vor allem darum, die seelischen Probleme  besser in den Griff zu bekommen, um jene Kräfte freizusetzen, die in der Wirtschaft der Informationsgesellschaft entscheidend sind: Kreativität, Empathie, Motivation, Zusammenarbeit, Lern- und Einsatzbereitschaft, Lösungsfokus und visionäres Denken. Die Basisinnovation des Sechsten Kondratieffs ist daher die Erschließung von psychosozialen und seelischen Potentialen. Hier kommt der Resilienzforschung aus der jüngeren Zeit eine besondere Bedeutung zu. Sie hat in Studien Faktoren ermittelt, die diese Basisinnovation treiben werden. Zu diesen neueren Resilienz Faktoren gehören Selbstwahrnehmung, Selbstregulation (z.B. Emotionen, Impulse, Stressmanagement), Selbstannahme, sowie persönliche Stärken und Werte.


Ein ambitioniertes Training der Resilienz Faktoren kann im Ergebnis deutlich mehr


Die neuen Resilienz Faktoren
Die neuen Resilienz Faktoren

Ein Resilienz Training, das „nur“ die Krisenfestigkeit stärken soll, ist so, als würde man einen modernen Messenger Dienst wie WhatsApp nur zum Versand von SMS Textnachrichten nutzen. So wie ein Messenger Dienst heute mehr als nur SMS kann, kann auch ein Resilienz Training heute deutlich mehr leisten und damit den persönlichen oder unternehmerischen Nutzwert erheblich erhöhen. Auf den Punkt gebracht lassen die die folgenden drei erwünschten „Nebenwirkungen“ erzielen und nachhaltig etablieren:

 

1. Resilienz fördert die Persönlichkeitsentwicklung und Charakterbildung

Das Training von Selbstwahrnehmung und Selbstregulation führt dazu, dass das persönliche Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gestärkt werden. Selbstregulation ist eine Fähigkeit der Emotionalen Intelligenz und gilt einer der Top Skills für die eigene Karriere und für den Aufbau tragfähiger Netzwerke. Die Ausarbeitung von Charakterstärken, Talenten und persönlichen Werten zahlt ebenfalls auf das Konto der Charakterbildung ein und bildet einen Resilienz Faktor, der zur allgemeinem Lebenszufriedenheit beiträgt und der über die Jahre kontinuierlich vertieft werden kann.

2. Ein Resilienz Training entwickelt eine agile und positive innere Haltung (Mindset)

Die Grundlage für jede Veränderung ist die Akzeptanz dessen was ist. Man schaut der Realität zunächst ungefiltert ins Auge und akzeptiert auch die unschönen Aspekte. Akzeptanz bedeutet jedoch keinesfalls, dass man sich dieser Realität nun schicksalshaft fügt. In dem Moment, wo man sich in das Auge des Orkans begeben hat, kommen Resilienz Faktoren wie das Verlassen der Opferrolle, Lösungsfokus und Optimismus zum Tragen. Man konzentriert sich fortan auf einen Weg aus dem Auge des Orkans heraus. Geebnet wird dieser Weg durch eine innere Zuversicht, eine Art Urvertrauen, dass man jeden Orkan im Leben hinter sich lassen kann und das man den Weg heraus frei wählen kann.

3. Resilienz ist der Treibstoff für Wandel und eine effektive Selbstführung

Mit einem soliden Fundament aus Persönlichkeitsentwicklung und einem positiven Mindset lässt es sich leicht nach den Sternen greifen. Der Resilienz Faktor Zielfokus gewinnt an Qualität und Zugkraft, wenn er um die Sinn Dimension erweitert bzw. vertieft wird. Da man sich bereits seiner Stärken und Werte bewusst ist, mit Zuversicht auf das Leben schaut, sein Beziehungsnetz kennt und pflegt und sich außerdem gut selbst regulieren kann, gelingt das Ausmalen und Erreichen lohnender Ziele wesentlich einfacher. Mitarbeiter, die auf die genannten Resilienz Faktoren zurückgreifen können, sind offener für Veränderungen und tragen mit hoher Motivation zur Erreichung der Ziele bei.


Quellen


  • Leo A. Nefiodow: Der Sechste Kondratieff - Wege zur Produktivität und Vollbeschäftigung im Zeitalter der Information
  • Deutsches Ärzteblatt: "Der Sechste Kondratieff: Gesundheit wird zu einer wirtschaftlichen Macht"

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ein Artikel von Stefan Spiecker für das Institut für Management Entwicklung (IME)


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